18. Dezember: Der Internationale Tag der arabischen Sprache
- Aiman Eryani

- 18. Dez. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Dez. 2025

Am 18. Dezember 1973 erkannten die Vereinten Nationen die arabische Sprache offiziell als sechste Amtssprache der UNO an. Seitdem gilt der 18. Dezember weltweit als „Internationaler Tag der arabischen Sprache“ – ein Datum, das die kulturelle, historische und gesellschaftliche Bedeutung des Arabischen würdigt.
Im Jahr 2012 beschloss die UNESCO, diesen Tag jährlich offiziell zu begehen. Grundlage war ein Beschluss des Beratungsgremiums des internationalen Plans zur Entwicklung der arabischen Kultur, bekannt als „Arabia Plan“, einer Unterorganisation der UNESCO. Seitdem wird der Internationale Tag der arabischen Sprache jedes Jahr am 18. Dezember weltweit mit Veranstaltungen, Konferenzen, Vorträgen und kulturellen Programmen begangen.
Universitäten, Sprachinstitute, Kulturzentren und internationale Organisationen nutzen diesen Anlass, um auf die Rolle der arabischen Sprache in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufmerksam zu machen.
Ziel und Bedeutung dieses Gedenktages
Die arabische Sprache hat im Laufe der Geschichte einen außerordentlich wichtigen Beitrag zu Wissen, Wissenschaft und Kultur geleistet. Besonders im Mittelalter war Arabisch die Sprache der Philosophie, Medizin, Mathematik, Astronomie und Geographie. Viele grundlegende Werke der Antike wurden ins Arabische übersetzt, weiterentwickelt und später über arabische Gelehrte nach Europa vermittelt.
Diese Wissensvermittlung spielte eine zentrale Rolle für die europäische Renaissance und beeinflusste langfristig auch die wissenschaftlichen und industriellen Entwicklungen der Neuzeit.
Der Internationale Tag der arabischen Sprache verfolgt daher mehrere Ziele:
die Wertschätzung der arabischen Hochsprache (al-Fusha) zu stärken,
ihre Nutzung in Bildung, Wissenschaft und Medien zu fördern,
staatliche und private Institutionen zur Unterstützung des Arabischunterrichts zu ermutigen,
und das Bewusstsein für den kulturellen Reichtum der arabischen Sprache zu schärfen.
Dieses Engagement wächst von Jahr zu Jahr – sowohl in arabischen als auch in nichtarabischen Ländern.
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Zur Geschichte der arabischen Sprache
Die ältesten bekannten arabischen Texte lassen sich auf etwa 1000 Jahre vor Christus datieren, nachdem sich eine frühe Form des Arabischen von den mittelsemitischen Sprachen getrennt hatte. Im 8. und 9. Jahrhundert nach Christus entwickelte sich ein hochentwickeltes Bildungs- und Wissenschaftssystem, das das Arabische als zentrale Wissenssprache etablierte.
Ursprünglich wurde Arabisch vor allem in der südlichen Levante (Scham) und im nordwestlichen Teil der arabischen Halbinsel (Hidschaz) gesprochen. Bereits früh teilten sich die Dialekte in nördliche Varianten und die Hidschazi-Dialekte.
Die arabische Hochsprache entstand auf Grundlage des Qurans sowie der klassischen arabischen Poesie. Bis heute stellt sie die rhetorisch und grammatikalisch normierte Form der arabischen Sprache dar und dient als gemeinsame sprachliche Basis der arabischen Welt.
Mit der Ausbreitung der arabischen Stämme und später durch den Islam verbreitete sich die arabische Sprache weit über die arabische Halbinsel hinaus. Auch wenn sie zunächst oft nur für religiöse Zwecke genutzt wurde, gewann sie zunehmend an Bedeutung im Alltag, in Verwaltung und Bildung.
Dialekte und sprachliche Vielfalt
Durch die geografische Ausdehnung der arabischen Welt entstand eine große Vielfalt an arabischen Dialekten. Die Verbreitung der Adnani- und Qahtani-Stämme zwischen Nord und Süd der Halbinsel führte – begünstigt durch Entfernungen und lokale Bedingungen – zur Entwicklung regionaler Sprachformen.
Zu den bekanntesten zählen:
der levantinische Dialekt,
der Golf-Dialekt,
der ägyptische Dialekt,
der irakische Dialekt,
sowie die nordafrikanischen (maghrebinischen) Dialekte.
Diese Dialekte unterscheiden sich in Aussprache, Wortschatz und Grammatik. Für nichtarabische Lernende kann dies eine Herausforderung darstellen. Viele Sprachwissenschaftler und Lehrkräfte empfehlen daher, mit der arabischen Hochsprache zu beginnen, da sie den Zugang zu anderen Dialekten langfristig erleichtert.
Mit wachsendem sozialem und geografischem Abstand entwickelte sich eine klare funktionale Trennung:
al-Fusha für Schrift, Bildung, Medien und offizielle Kommunikation,
regionale Dialekte für den alltäglichen mündlichen Austausch.
Diese Situation ist kein Sonderfall des Arabischen, sondern ein sprachliches Phänomen, das in vielen Weltsprachen existiert.
Warum Arabisch lernen? – Die Bedeutung der Sprache heute
Im Jahr 2025 erleben viele arabische Länder, insbesondere die Golfstaaten, einen dynamischen wirtschaftlichen, technologischen und wissenschaftlichen Aufschwung. Internationale Unternehmen investieren verstärkt in der Region, während der arabische Maghreb als Produktionsstandort zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Arabischkenntnisse eröffnen heute Chancen in:
internationalen Unternehmen,
Diplomatie und internationalen Organisationen,
Entwicklungszusammenarbeit,
Bildung, Medien und Kultur,
sowie im Tourismus- und Reisesektor.
Zudem sind arabische Länder zu beliebten Reisezielen geworden. Wer Arabisch spricht, erhält einen tieferen Zugang zur Kultur, zu Traditionen und zur Alltagsrealität der Menschen vor Ort – weit über oberflächliche Eindrücke hinaus.
Quellen:









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